Eine besonders gute Heimstationsantenne
Was uns die Industrie vorenthält...
An eine Stationsantenne kann man folgende Anforderungen stellen :
A. Unterdachantenne
Ich habe vor 7 Jahren vier Super-Groundplanes für 11 Meter gebaut, die heute noch mit größtem Wirkungsgrad laufen. Folgt man der Antennentheorie, so kann eine Antenne jeden Strahlungswiderstand zwischen Null und einigen Kiloohm annehmen. Der Wert hängt nur von der Strahlerlänge ab. Daneben tritt ein Verlustwiderstand auf, den es klein zu halten gilt. Die Bandbreite hängt im wesentlichen von dem Verhältnis Durchmesser des Strahlers zur Wellenlänge ab, und ist daher so groß und verlustfrei wie möglich zu wählen. Da die Anpassung an ein unsymmetrisches Speisekabel mit 50 Ohm direkt erfolgen soll, muß die Antenne unsymmetrisch sein, also Radials haben. Da der Strahlungswinkel ( Erhebungswinkel ) so klein wie möglich sein soll, müssen die Radials eine Viertel Wellenlänge lang sein und im 90 Grad Winkel zum Strahler stehen. Die Anforderungen werden von einer Groundplane erfüllt. Jedoch ist die Länge des Strahlers mit 300 cm wesentlich höher und elektrisch nicht auf Resonanz. Daher gibt es ein externes Abstimmkästchen, daß in der Lage ist, die induktiven Anteile komplett wegzustimmen. Man kann dann die Resonanzfrequenz ( Mittenfrequenz ) in gewissen Grenzen frei wählen und bei Bedarf auch nachträglich leicht ändern. Bei der Unterdachantenne besteht der Strahler aus 300 cm einer vielfach verseilten Kupfer-Bronze Litze. Das ist ein besonders widerstandsfähiges Material und kann mit Kilowatts belastet werden. Da die Litze aus vielen Einzeldrähten besteht, ist die elektrisch wirksame Oberfläche sehr groß und ein Vielfaches größer als bei normalem Rundmaterial. Daher ist der Verlustwiderstand besonders klein. Außerdem ist das Material besonders widerstandsfähig gegen Umwelt- einflüsse und vergammelt nicht, was man von reinem Kupfer nicht behaupten kann. Das obere Ende wird durch ein Porzellanei geschoben und nach unten verseilt. In das obere freie Loch des Porzellaneis wird ein Nylonfaden gebracht, der an oder um einen Dachbalken gelegt wird zur mechanischen Befestigung. Die vier Radials bestehen ebenfalls aus Kupfer-Bronze Litze mit der Länge von 268 cm . Der Wirkungsgrad liegt bei etwa 98 %. Bei der normalen Groundplane mit flachen Radials liegt der Wirkungsgrad bei etwa 70%.
B. Überdachantenne
Da die meistens Funker kaum in der Lage sind, sich Antennenhalterungen zu basteln, schlage ich vor, eine normale Groundplane umzubauen. Dazu werden die Radials flachgebogen und der Strahler auf 300cm verlängert. Dazu macht man sich eine Muffe von etwa 30 - 40 cm Länge aus Aluminiumrohr, die an dem oberen Ende des Strahlers befestigt wird z.B. mit Schlauchschellen befestigt wird. In das obere Ende der Muffe wird ein zusätzlichen Aluminiumrohr ca.125cm lang eingesteckt und befestigt. Die Abstimmung geschieht mit einem Drehkondensator, der in einem Abstimmkästchen unterhalb der Antennenbuchse sitzt. Da auch gegen statische Aufladung des Strahlers eine Ableitung vorhanden sein sollte ( Reibungselektrizität bei trockener Luft mit Prasselstörungen ), gibt es in dem Abstimmkästchen zwei Ableitwiderstände.
C. Balkonantenne
Wenn die Strahlerlänge von 300 cm nicht stört, kann man die Antenne ohne Radials auf einen Balkon montieren. Hat man einen weiteren Balkon noch über sich, setzt man den Strahler etwas schräg, so daß die Antennenspitze vom Haus weg zeigt. Da die Radials der Groundplane meistens starr sind und nicht auf den Balkon passen, läßt man sie weg und ersetzt sie durch Drähte oder besser durch dicke isolierte Litzen. Dann kann man mit der Länge 268cm die Litzen auch winklig legen, z.B. entlang des Balkongeländers. Wichtig für die flache Abstrahlung ist die Verlegung im rechtem Winkel zum Strahler, die Radials sollen möglichst keine Höhenänderung erfahren. Man kann sie jedoch unter Beibehaltung der Höhe im rechten Winkel abknicken lassen. Die Abstimmung erfolgt wieder mit dem Abstimmkästchen unterhalb der Antennenbuchse auf ein SWR 1:1,0 bis 1:1,05 . Der schnelle Experimentierer könnte zu einer langen Boomerang greifen. Seitlich an die obere Spitze wird ein etwa 60 cm langes dünnes Rohr angesetzt, daß etwa 20 cm parallel zur Antennenspitze verläuft. Beide Rohre werden im Überlappungs- bereich mit Tesaband umwickelt und somit fixiert. Auf guten metallischen Kontakt ist zu achten. Das kurze Original-Radial wird durch lange Radials aus Litze ersetzt. Nun nimmt man ein kurzes Stück Antennenkabel mit 2 PL-Steckern und ein SWR-Meter. Ein PL-Stecker wird in die Antennenbuchse der Antenne gesteckt. Dann öffnet man das RG-58 Kabel und legt dicht unterhalb des Antennensteckers den Innenleiter frei, der dann durchtrennt wird. An die beiden freien Enden des Innenleiters lötet man einen Drehkondensator mit einem Abstimmbereich 10 - 300 pF. Mit dem Drehko stimmt man auf bestes SWR ab. Zu beachten ist bei dieser ?Schnellbauweise?, daß beide Enden des Drehkos ?heiß? sind. Beim Anfassen verstimmt man alles. Das ist der Preis der Improvisation. Empfehlenswert wäre hier ein Plastikdrehknopf. Diese Bauweise ist zwar weder sturm- noch wetterfest und schon gar nicht wasserfest, aber innerhalb einiger Minuten mit einfachsten Mitteln aufbaubar und konkurrenzlos billig und bringt sofort maximale Ergebnisse. Und nun noch ein interessantes Experiment zur Bandbreite. Viele CB-Funker beklagen sich über eine mangelnde Bandbreite der Sendeantenne. Dies äußert sich bei einem Frequenzwechsel zu den Bandenden in einem deutlich schlechterem SWR-Verhältnis. Da wir schon beim Experimentieren sind, erweitern wir die Balkonantenne zu einer Super-Breitband-Antenne, die es ebenfalls im Handel nicht zu kaufen gibt. Wir nehmen die bekannte Aluminiumfolie ( Sie wissen schon, 30m Alufolie für 2,95 DM und 30cm breit. ) und schneiden 3 Meter ab. Die Folie wird mittig auf den 3 m langen Antennenstrahler gelegt und mit Wäscheklammern fixiert. Dann wird die Folie auseinander gezogen, so daß rechts und links vom Strahler noch ca. 15cm Folie sind. Dann messen wir die Bandbreite der Antenne, indem wir die Frequenz des Senders solange ändern, bis das SWR-Meter 1:2,0 anzeigt. Es gibt oberhalb und unterhalb der Mittenfrequenz je einen Wert. Die Differenz zwischen oberem und unterem Wert ist die Bandbreite. Nun haben aber CB-Funker keine Geräte Sendegeräte, die zwischen 25 - 30 MHz abstimmbar sind ( hi! ), daher empfehle ich die Verwendung einer Antennenmeßbrücke, die ab 100 kHz bis 35 MHz stufenlos abstimmbar ist.
Damit dem experimentierfreudigem CB-Funker keine Grenzen beim Nachbau gesetzt wird, erklärt sich der Autor bereit, in kleinen Mengen gegen Kostenerstattung Antennenbaumaterial wie Kupfer-Bronzelitze , Porzellaneier und Abstimmkästchen bzw. Abstimmplatine für Innenmontage abzugeben.
Für Anregungen und Gedankenaustausch ist der Autor dankbar.
Mathias Czaya 0551- 79 66 67
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