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Technik: Wirksames TVI-Filter



von Mathias Czaya - DC5AG

Bei der Überprüfung einer Hausverteileranlage für Kabelfernsehen stellte sich heraus, daß am Hausübergabepunkt neben dem erwünschten 10mV Fernsehsignal auch etwa 200mV HF von einem CB-Sender vorhanden waren, wobei es bei einem Fernsehteilnehmer zu einem leichten Brummen aus dem Lautsprecher des Fernsehers kam. Eine Bildstörung war nicht vorhanden.

Hier gibt es drei wichtige Dinge zu beschreiben:
  1. Postleitungen, die unter der Straße vergraben sind, sind auch recht lang und fangen alles mögliche an Fremdsignalen ein. Die Abschirmung des Postkabels hält keineswegs alle Fremdsignale davon ab, in das Kabel einzudringen. Auch kann es Mantelwellen geben.

  2. Hausantennenverstärker verstärken das Fernsehsignal etwa um den Faktor 10 im Bereich 48 - 860 MHz, lassen aber das CB-Signal ungehindert durch, etwa 1:1, verstärken es aber nicht.

  3. Gelangt das Fremdsignal erst einmal in das Hausnetz (Kabelnetz), erreicht es ungehindert alle Teilnehmer. Da die Kabeldämpfung bei 27 MHz von 75 Ohm Kabeln recht gering ist, haben alle Teilnehmer etwa das gleiche Fremdsignal an den Antennensteckdosen in der Wand. Allerdings reagieren die angeschlossenen Fernseh - und Rundfunkgeräte sehr unterschiedlich auf die Anwesenheit von CB-Signalen. Die einen haben störende Beeinflussung, die anderen eben nicht. Das hängt mit der Bauart der Fernsehgeräte zusammen.
Da die fehlende Dichtigkeit von Kabelnetzen uns in Zukunft noch schwer beschäftigen wird, seien aus dem Raum Göttingen zwei Beispiele gegeben:
  • A. Schaltet man einen Amateurfunkempfänger auf die Frequenz der 2m Ortsrelais 145,750 MHz so klingt einen die Musik des Fernsehsenders MTV ( Sonderkanal 9 im Kabelnetz ) entgegen. Proteste des Funkamateure brachten keinen Erfolg.

  • B. Schaltet man im Kabelfernsehen den Sender MDR (Sonderkanal 10) ein, so kann man ein schönes Moire (unscharfes Bild) bewundern, da hier ein neuer Telefonsender in Geismar über Antenne aktiv ist und in das Kabelnetz einstrahlt. Zahlreiche Proteste - betroffen sind mehr als 10000 Menschen - brachten bisher keinen Erfolg.
Der Schaden entsteht in beiden Fällen einfach durch die Tatsache, daß die Frequenzen doppelt vergeben werden, nämlich einmal im Kabel und einmal über strahlende Antenne.

Nun reicht es der BAPT anscheinend noch nicht, UHF und VHF Frequenzen doppelt zu vergeben, in Zukunft soll auch das Kurzwellenband im Bereich 4 - 30 MHz doppelt vergeben werden, nämlich in Form des digitalen Rückrufkanales für das Kabelfernsehen. vorgeschoben wird das PAY-TV, aber es geht um mehr. Da man auch Einkaufen per Knopfdruck können wird, ist hier ein Milliardenmarkt zu erwarten.
Und den darf man natürlich nicht stören. Erst recht nicht mit Funkgeräten. Einen Vorgeschmack davon haben die Funkamateure schon bekommen in Form der Verfügung 306/97, der Personenschutzverordung.
Da die Sendeleistung auf Kurzwelle für Funkamateure mit B-Lizenz 750 Watt beträgt, können sie unabsichtlich auch in die Kabelnetze gelangen und jeden Warenbestellverkehr zu nichte machen. Das darf nach Ansicht des ehemaligen BMPT-Ministers natürlich nicht sein.
Daher haben die Herren sich die Verfügung 306 ausgedacht, und dabei Personen mit Herzschrittmachern vorgeschoben, um den Funkamateuren die Sendeleistung zu nehmen. Ich finde es schändlich für die Regierung, hier wieder einmal Minderheiten gegeneinander auszuspielen und nicht zu sagen, worum es wirklich geht. Es geht um den Profit einiger weniger Versandhäuser zu Lasten d~ Funkamateure und natürlich auch des örtlichen Einzelhandels.
Dabei erhebt sich sofort die Frage, wann sind die CB-Funker dran? Einmal wird es durch undichte Kabel massive Empfangsstörungen des CB-Funks geben, aber auch das Einschränken bzw. das Sendeverbot innerhalb von Häusern steht auf dem Spiel, da es keinen genügenden Abstand zu den Kabelnetzen gibt. Denkbar wäre ein Verbot von Balkonantennen, ein Verbot der Benutzung von Handfunkgeräten innerhalb von Häusern mit Kabelanschluß.
Um ein solches Verbot begründen zu können, haben die Herren von der BAPT neben der Person mit dem Herzschrittmacher eine Person mit gefährdetem Herzschrittmacher erfunden, der einen noch größeren Schutzabstand erfordert oder andersherum die Funkamateure zwingt, eine noch kleinere Sendeleistung zu benutzen.
Das Spiel könnte die BAPT selbstredend noch weiter treiben, indem sie eine Person mit einem super-empfindlichen Herzschrittmacher erfindet, damit man dem CB Funk auf 27 Mhz den Garaus machen kann.
In diesem Zusammenhang kann man die Einführung des Jedermannfunks auf 433 MHz mit 10 Milliwatt Sendeleistung sehr kritisch sehen, denn hier ist keineswegs ein menschenfreundliches Geschenk geben
worden, sondern hier zeigt sich, wohin die Reise des (unerwünschten) CB-Funkes auf 27 MHz gehen soll.
Nach diesem kleinen Ausflug in schändliche Politik komme ich wieder zur soliden Technik.

Ein Hochpaßfilter mußte her, welches die Eigenschaft hat, erwünschte Fernsehsignale ungehindert passieren zu lassen und die unerwünschten CB-Signale zu sperren.
Die geforderten technischen Eigenschaften werden so beschrieben: Eingangs- und Ausgangsimpedanz zu je 75 Ohm real, Durchlaßdämpfung < 1dB und Sperrdämpfung für den Kurzwellenbereich > 60dB.
Als ich mir die Kataloge verschiedener Firmen darauf hin ansah, mußte ich feststellen, daß es keine Hochpaßfilter mit den geforderten Eigenschaften zu kaufen gab. Also habe ich mich an die Arbeit gemacht und einen Hochpaß konstruiert.

Als Grenzfrequenz habe ich 40 MHz gewählt, da der Nutzbereich des Fernsehens (Kanal 2 ) bei 48 MHz beginnt. Man könnte sagen, daß vom Standpunkt des Fernsehens aus betrachtet, alle Signale unterhalb 48 MHz überflüssig sind.
Wegen der erforderlichen hohen Flankensteilheit im Sperrbereich ist eine 4-stufige Filterkette notwendig.
Die Bauteilekosten sind erstaunlich gering, da nur 6 keramische Kondensatoren im Schaltplan vorhanden sind. Die Spulen können aus beliebigem Draht gewickelt werden z.B. Silberdraht oder Kupferlackdraht und fallen preismäßig kaum ins Gewicht. Spendiert man dem Ganzen noch ein kleines Metallgehäuse und zwei Antennenbuchsen, dann dürften die reinen Materialkosten 20 DM nicht übersteigen.
Zum Abgeich der Spulen ist ein Grid-Dipper notwendig, da sich Spulen im Bereich 0,1 MikroHenry nicht genau genug mit einem LC-Meßgerät messen lassen.

Einen Schaltplan, ein Platinenlayout und einen Bestückungsplan nebst einer Abgleichanleitung und einer Wobbelkurve kann man gegen eine geringe Gebühr (3,- Euro incl. Porto) bei der

Bundesgeschäftsstelle DFA e.V.
Am Schönental 1
66113 Saarbrücken


bestellen.

Im Einsatzfall wird das Hochpaßfilter direkt vor das gestörte Gerät gesetzt. Auch sind Kombinationen denkbar, wie z.B. das Verblocken des Hausübergabepunktes und einer zusätzlichen Entstörung des betroffenen Einzelgerätes an der Antennenbuchse.

Für Anregungen und Gedankenaustausch ist der Autor dankbar.

Mathias Czaya
0551- 79 66 67
geschrieben im Februar 1998

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