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22.07.2010 Studien besagen: Keine Beweise für Hirntumore durch Handystrahlung
- WHO befragte über 5000 Menschen
- Das Londoner Imperial College untersuchte Daten von erkrankten Kindern


Genf/ London (HaWe/ Ho) *
Foto: Zwei Handys
Zwei voneinander unabhängige Studien welche eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstrahlung untersuchten sind vor kurzem abgeschlossen worden.

Die in Genf beheimatete Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits Mitte Mai dieses Jahres ihre Großstudie zu Thema abgeschlossen und veröffentlicht.
Sie wurde bereits im Jahre 2000, als bislang größte Studie, im Auftrag gegeben worden. Die Industrie übernahm einen Teil der Kosten.
Die Studie stützt sich überwiegend auf Interviews von 2708 Menschen mit Gliomen sowie 2409 Menschen mit Meningiom (beides sind unterschiedliche Arten von den häufigsten auftretenden Hirntumoren), sowie von entsprechenden Kontrollpersonen in insgesamt 13 unterschiedlichen Ländern.

Es heißt dort, dass ein langes Telefonieren mit mobilen Telefonen durchaus das Tumorrisiko fördere. Es bedarf jedoch weiterer Untersuchungen.

Die Mehrheit der Befragten nutzen ihr Handy durchschnittlich ca. 2 Stunden im Monat. Ungewöhnlich war, das festgestellt wurde, dass der regelmäßige Gebrauch von Handys die Gefahr von Tumoren etwas verringern kann. Auch hierzu seinen weitere Studien notwendig.
Junge Menschen, so heißt es in der Studie weiter, nutzen ihr Handy allerdings mehr als eine Stunde pro Tag. Jedoch wird häufig nur SMS versandt, oder mit Headsets telefoniert.

Die Mobilfunkindustrie sieht sich durch die Endergebnisse in ihrer Annahme bestätigt, dass keinerlei gesundheitliche Gefahren von Mobilfunktelefonen ausgeht.

Eine andere Studie, durchgeführt von Professor Paul Elliott und seinen Mitarbeitern vom Londoner Imperial College und veröffentlicht im britischen Gesundheitsfachblatt "British Medical Journal" (BMJ), arbeite mit Daten von 1397 britischen Kleinkindern von 0 bis 4 Jahren, welche zwischen 1999 und 2001 an Leukämie, an Hirntumoren und an Tumoren des zentralen Nervensystems erkrankten. Ein besonderes Augenmaß wurde hierbei auf die Handynutzung in der Zeit der Schwangerschaft gerichtet. Paul Elliot zufolge fanden sich jedoch keinerlei auffällige Muster, wonach Kinder von Müttern welche in der Nähe von Mobilfunkstationen leben, ein ein höheres Krebsrisiko als andere Kinder hätten.

Diese Studie soll allerdings, laut einem Bericht des "Stern", Mängel aufweisen: Die Daten entstammen nurt aus nationalen Registern und persönliche Gespräche mit Schwangeren fanden nicht statt. Auch andere Faktoren wie die Nutzung von Handys oder Rauchen könnten die Studienergebnisse verfälscht haben.
In einem Kommentar im BMJ-Artikel zur Untersuchung heißt es daher, dass die Studie auch einen vorhanden Effekt übersehen haben könnte.

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz hat bereits vor einigen Jahren entsprechende Gebrauchsempfehlungen für Kinder und Jugendliche veröffentlicht.
Dort heißt es:

"Bundesamt für Strahlenschutz: Handys für Kinder sind nicht sinnvoll
(...)
In Bezug auf Kinder ist außerdem festzuhalten, dass bisher nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen zu einer möglicherweise erhöhten Empfindlichkeit des Organismus von Kindern und Jugendlichen gegenüber elektromagnetischen Feldern vorliegen. Das BfS rät daher im Sinne der Vorsorge zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Mobilfunktechnik. Zur individuellen Expositionsminimierung gehört, u. a. in Situationen, in denen genauso gut mit einem Festnetztelefon wie mit einem Handy telefoniert werden kann, das Festnetztelefon zu nutzen, Handys mit einem niedrigen SAR-Wert (< 0.6 W/kg) zu verwenden, bei schlechtem Empfang möglichst kurz, am besten aber gar nicht mit dem Handy zu telefonieren, Head-Sets zu benutzen oder eine SMS zu verschicken statt zu telefonieren.
(...)"


Das Bundesamt spricht sich deshalb weiterhin gegen die Vermarktung von Kinderhandys aus.

Die "Deutsche Funk-Allianz (DFA) e.V." berichtete bereits mehrfach über dieses Thema (im folgenden einige ausgewählte Beiträge):
- "14.01.2009 Mobilfunk hat keinen Einfluss auf das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen"
- "17.05.2005: "Mobilfunk und Gesundheit" - Neue Studie aus Jülich"

INFOBOX:
"Warum befasst sich die DFA e.V. mit dem Thema?"
Die meisten Mobilfunkkritiker, so hat die DFA bereits vor gut 6 Jahren veröffentlicht ("08.07.2003: Mobilfunk - Der Streit um die Standorte..."-
"10.07.2002 "Der CB-Funk und der Mobilfunk wird nicht in einen gemeinsamen Topf geworfen!" " - "08.06.2006 "Gepulste Vorgänge im menschlichen Körper"- sowie weitere Beiträge im Archiv der DFA-Webseite),
werfen zunächst einmal alle Antennen - egal ob Mobilfunk, Amateurfunk, CB-Funk, BOS-Funk usw. in einen großen Topf und pauschalieren die bislang nicht bewiesene Gesundheitsgefahr.

Die DFA hat bereits im Jahr 2000 von Mathias Czaya das Thema bearbeiten lassen.
Der Ehrenbeirat der DFA e.V. hat darüber, z.B., auf der Herbstparlamentsvollversammlung 2000 in Wenningsen einen 45-minütigen Vortrag über die physikalischen Unterschiede der einzelnen HF-Frequenzen (er verglich GSM mit CB-Funk
und mit PMR446) sowie die medizinischen Auswirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke gehalten.

Seit dieser Zeit hat der Vorstand der DFA daher das Thema Mobilfunk und Gesundheitsgefahr im Zusammenhang mit dem CB-Funk zum ständigen Thema erklärt.

Insgesamt geht die Angst vor der HF-Strahlung durchaus so weit, dass CB-Funkern welche zur Miete wohnen und vom Hauswirt eine Erlaubnis zum setzen einer Antenne bekommen haben, von ihren Nachbarn diskreditiert werden. Der DFA e.V. ist mindestens ein Fall bekannt, wo der Hauswirt die zunächst genehmigte Antenne widerrufen hatte.
Deshalb hat die DFA e.V. auch den Antennenvertrag wieder neu veröffentlicht, welcher auf ihrer Webseite in der rechten Info-Spalte verlinkt ist.

Zusammengefasst: Die CB-Funker sollen informiert sein, dass viele Mobilfunkkritiker auch Angst vor der CB-Funk-HF-Strahlung haben. Durch Hintergrundinformationen (siehe Suchfunktion über die Webseite der DFA e.V. mit dem Stichwort "Mobilfunk") gibt die DFA e.V. den CB-Funkern Argumentationshilfen gegen die Mobilfunkkritiker.


* Links zum Thema:


- "Heise.de" - Studie: Keine Beweise für Hirntumore durch Handystrahlen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Keine-Beweise-fuer-Hirntumore-durch-Handystrahlen-1001534.html
- "WHO" - "Press Release Nr. 200/ 17. Mai 2010" /(engl. PDF): http://www.iarc.fr/en/media-centre/pr/2010/pdfs/pr200_E.pdf
- "British Medical Journal" (BMJ)" - "Childhood cancer and proximity to mobile phone masts" (engl.): http://www.bmj.com/cgi/content/full/340/jun22_1/c3015?maxtoshow=&hits=40&RESULTFORMAT=&fulltext=Childhood+cancer&searchid=1&FIRSTINDEX=60&sortspec=date&resourcetype=HWCIT
- "stern.de" - "Kein höheres Krebsrisiko für Kleinkinder" : http://www.stern.de/gesundheit/mobilfunkmasten-kein-hoeheres-krebsrisiko-fuer-kleinkinder-1576695.html


* Veröffentlichung frei, Beleg erbeten an pressestelle@deutsche-funk-allianz.de

(Ältere Beiträge sind im Archiv abzurufen...)


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