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20.5.2011 Mobilfunkhersteller protestieren gegen EU-weites Handyverbot an Schulen



Brüssel (HaBe/ Ho) *

Der weltweit operierende Branchenverband der Mobilfunkhersteller, die GSMA kritisiert offen den "Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und kommunale und regionale Angelegenheiten des Europarats". Dieser hat verschiedene Risiken der Mobilfunk-Hochfrequenzstrahlung mit Gesundheitsrisiken von Asbest, verbleitem Benzin und Tabak verglichen und daraufhin ein Papier veröffentlicht - , worin Mobilfunktelefone und WLAN-Anlagen aus den Schulen verbannt werden sollen.
Der EU-Ausschuss warnte davor, diese Risiken zu unterschätzen. Es könnte zukünftig "zu sehr hohen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Kosten" kommen.
In dem englisch vorliegenden Text (PDF-Datei)heisst es, frei übersetzt (s.a.Fussnote):

"Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von niederfrequenten elektromagnetischen Felder, Stromleitungen und andere elektrische Anlagen, sind das Thema der laufenden Forschung. Sie werden in der Öffentlichkeit vermehrt wartgenommen. Während elektrische und elektromagnetische Felder in ihren festgelegten Frequenzbändern völlig vorteilhafte Effekte haben, z.B. in der Medizin, sind andere nichtionisierende Hochfrequenzfelder viel genutzt.
Von extrem niedrigen Frequenzen, von Stromleitungen oder von bestimmten Hochfrequenzwellen, von Radarfrequenzen, von der Telekommunikation und der Mobiltelefonie genutzten Frequenzen, scheinen möglicherweise schädliche, nicht-thermale, biologischen Effekte auf Anlagen, Insekte und Tiere, sowie den menschlichen Körper zu haben. Diese Effekte schwanken mehr oder weniger, auch, wenn sie unterhalb der amtlichen Grenzwerte sind.

Ein müssen vorbeugende Grundregeln um die gegenwärtigen Grenzwerte verbessern. Wissenschaftlichen und klinischen Nachweise hierzu können zu sehr hohen Gesundheitlichen und ökonomischen Kosten führen, wie es in der Vergangenheit mit Asbest, Kraftstoff und Tabak der Fall war."

Hinsichtlich der Nutzung von WLAN, DECT-Telefonen und Mobiltelefonen schreibt der Ausschuss, sinngemäß (s.a.Fussnote):

"Unter Berücksichtigung der oben genannten Betrachtungen empfiehlt die Versammlung, dass die Mitgliedsstaaten des Europarats:
(...)
8.3 bezugnehmend auf den Schutz von Kinder:

8.3.1. organisieren und informieren Sie innerhalb der verschiedenen Ministerien (Ausbildung, Umwelt und Gesundheit) gezielt Lehrer, Eltern und Kinder über Informationskampagnen, zum sie zu den spezifischen Risiken von zu früh, unüberlegten und langer Nutzung von Mobiltelefonen und anderen Vorrichtungen, die Mikrowellen ausstrahlen
8.3.2 verbieten Sie alle Handys, DECT-Telefone oder WiFi oder WLAN Systeme in den Klassenzimmern und Schulen, wie es von regionalen Behörden, von medizinischen Organisationen und von Bürgerinitiativen befürwortet wird."

Der Mobilfunk-Lobbyverband GSMA wirft dem Ausschuss einen "Nicht-Wissenschaftlichen" Bericht vor. Die Ergebnisse vieler Untersuchungen und Expertisen zum Thema wurden nicht beachtet, so die GSMA.
Er führt in seiner Gegendarstellung, u.a., eine Studie einer Hochschule in London aus dem Jahre 2010 an, wo kein Krebsrisiko für Kinder, die sich in der Nähe von Mobilfunk-Basistation aufhielten, festgestellt werden konnte.
Bezeichnend sei zudem, so die GSMA weiter, dass an britischen Schulen derzeit WLAN-Netze aufgebaut werden, um den PC in den Schulunterricht integrieren zu können

(* Fußnote/ Anmerkung:
Zu den englischen übertragenen Zitate: Übersetzungsfehler vorbehalten - Orginaltext ist unter der Adresse http://assembly.coe.int/Documents/WorkingDocs/Doc11/EDOC12608.pdf nachzulesen.)


* Links zum Thema:


* Golem.de - " Elektromagnetische Felder - Mobilfunkbranche will Handyverbot in Schulen verhindern": http://www.golem.de/1105/83566.html
* spiegel.de - "Strahlen-Angst - Europarats-Ausschuss fordert Handyverbot an Schulen": http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,762911,00.html
* Council of Europe - "Doc. 12608 - 6 May 2011- The potential dangers of electromagnetic fields and their effect on the environment - Committee on the Environment, Agriculture and Local and Regional Affairs - Rapporteur: Mr Jean HUSS, Luxembourg, Socialist Group": http://assembly.coe.int/Documents/WorkingDocs/Doc11/EDOC12608.pdf
* NetMediaEurope UK Ltd. - "GSMA Slams Euro Call For Ban On Wireless In Schools": http://www.eweekeurope.co.uk/news/gsma-slams-euro-call-for-ban-on-wireless-in-schools-29363
INFOBOX:"Warum befasst sich die DFA e.V. mit dem Thema?"

Die meisten Mobilfunkritiker, so hat die DFA bereits vor gut 6 Jahren veröffentlicht ("08.07.2003: Mobilfunk - Der Streit um die Standorte..."- "10.07.2002 "Der CB-Funk und der Mobilfunk wird nicht in einen gemeinsamen Topf geworfen!" " - "08.06.2006 "Gepulste Vorgänge im menschlichen Körper"- sowie weitere Beiträge im Archiv der DFA-Webseite), werfen zunächst einmal alle Antennen - egal ob Mobilfunk, Amateurfunk, CB-Funk, BOS-Funk usw. in einen großen Topf und pauschalieren die bislang nicht bewiesene Gesundheitsgefahr.

Die DFA hat bereits im Jahr 2000 von Mathias Czaya das Thema bearbeiten lassen.
Der Ehrenbeirat der DFA e.V. hat darüber, z.B., auf der Herbstparlamentsvollversammlung 2000 in Wenningsen einen 45-minütigen Vortrag über die physikalischen Unterschiede der einzelnen HF-Frequenzen (er verglich GSM mit CB-Funk und mit PMR446) sowie die medizinischen Auswirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke gehalten.

Seit dieser Zeit hat der Vorstand der DFA daher das Thema Mobilfunk und Gesundheitsgefahr im Zusammenhang mit dem CB-Funk zum ständigen Thema erklärt.

Insgesamt geht die Angst vor der HF-Strahlung durchaus so weit, daß CB-Funkern welche zur Miete wohnen und vom Hauswirt eine Erlaubniss zum setzen einer Antenne bekommen haben, von ihren Nachbarn diskreditiert werden. Der DFA e.V. ist mindestens ein Fall bekannt, wo der Hauswirt die zunächst genehmigte Antenne widerrufen hatte.
Deshalb hat die DFA e.V. auch den Antennenvertrag (PDF) wieder neu veröffentlicht, welcher auf ihrer Webseite in der rechten Info-Spalte verlinkt ist.

Zusammengefasst: Die CB-Funker sollen informiert sein, daß viele Mobilfunkkritiker auch Angst vor der CB-Funk-HF-Strahlung haben. Durch Hintergrundinformationen (siehe Suchfunktion über die Webseite der DFA e.V. mit dem Stichwort "Mobilfunk") gibt die DFA e.V. den CB-Funkern Argumentationshilfen gegen die Mobilfunkkritiker.

* Veröffentlichung frei, Beleg erbeten an pressestelle@deutsche-funk-allianz.de

(Ältere Beiträge sind im Archiv abzurufen...)


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