10.12.2009 Bundesregierung will Online-Virenschutz ""Bei der Bekämpfung von Botnetzen ist Kooperation unabdingbar. Mit dieser Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft schaffen wir ein effektives Bündnis, um die Verbreitung von Schadprogrammen einzudämmen. Mit dem Projekt entziehen wir den Cyberkriminellen den Boden", sagt der eco Vorstandsvorsitzende Prof. Michael Rotert. Dr. Lothar Eßer, Referatsleiter beim BSI, ergänzt: "Die von der Bundesregierung und Unternehmen angestoßenen Sensibilisierungsmaßnahmen zeigen Wirkung, das Sicherheitsbewusstsein bei der Bevölkerung wächst. Jetzt kommt es darauf an, konkrete Hilfsangebote zu machen." Deutschland rangiert bei der Anzahl der infizierten Rechner international auf Platz 3. Im Rahmen des zentralen Beratungszentrums werden Internet-Zugangsanbieter Kunden, deren Rechner sie als Teil eines Botnetzes identifiziert haben, zunächst auf eine Website leiten, die ihnen Hilfestellungen und Tools zum Entfernen der Malware bereitstellt. In einem zweiten Schritt kann der Provider dem Kunden einen Zugangscode für die telefonische Unterstützung mitteilen. Dort werden Anti-Viren-Spezialisten mit dem Kunden den Schädling aufspüren und entfernen. "Mit dem Projekt möchten wir Deutschland mittelfristig aus den Top 10 der Länder, von denen schädliche Online-Aktivitäten ausgehen, herausbringen", sagt Sven Karge, Fachbereichsleiter Content bei eco. "Zentrale Frage für uns ist, ab wann dürfen wir Internetnutzer sperren?" ""Das ist ein generelles Angebot von Staat und Wirtschaft, aber der Endanwender hat auch eine Verantwortung", sagte Eco-Fachmann Karge. Ihm zufolge sind zwar Sanktionen wie die Internetsperre renitenter Computernutzer noch in der Diskussion, von Zwang soll zunächst nicht die Rede sein: "Aber wir müssen darüber nachdenken, was wir mit Nutzern machen, denen es egal ist, ob ihr Computer von Kriminellen missbraucht wird." * Links zum Thema: (Ältere Beiträge sind im Archiv abzurufen...)
Stuttgart/ Kassel (HaWe/ Ho) *
Für HF-Gatewaybetreiber wie auch für den normalen Internetuser ist es bereits eine Selbstverständlichkeit, sich vor Computerviren und sonstigen Schadprogramme zu schützen.
Der "Verband der Deutschen Internetwirtschaft (eco)" (http://www.eco.de/) und das "Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)" stellten anlässlich des IT-Gipfels der Bundesregierung in Stuttgart ein neues Projekt vor, welches bereits im April des kommenden jahres anlaufen soll.
In der Pressemitteilung des "eco" heißt es dazu:
Mit dem Botnetz-Desinfektionszentrum bringt eco das Handlungsversprechen einer "Deutschen Anti-Botnetz-Initiative" in den Verein Deutschland sicher im Netz e.V. ein."
Was sich, auf den ersten Blick, gut anhört, kritisiert das Internet-Nachrichtenmagazin "Welt-Online".
In einem mit dem Titel "Internetanbieter prüfen Sperre schlampiger Surfer" überschriebenen Artikel beschreiben die "Welt-Online"-Mitarbeiter möglicherweise weitreichende Konsequenzen für Internetnutzer.
Sven Karge, Fachbereichsleiter beim Verband der Deutschen Internetwirtschaft (Eco) fragt dort:
Laut "eco" werden in Deutschland monatlich ca. 60.000 private Computer durch Schadprogramme (Viren, Trojaner usw.) befallen. Oft werden die Viren durch sog. e-Mailanhänge von dem Nutzer selbst unbewußt aktiviert. Aber auch verseuchte Webseiten können Schadprogramme auf den lokalen Rechner übertragen.
Den Anbietern der Internetzugänge entstehen in Deutschland allein dadurch Millionenschäden, weil Rechnerleistung und Bandbreite für Milliarden von Spam-Mails verschwendet werden. Zwischen 80 und 95 Prozent aller E-Mails gelten inzwischen als Spam.
Das BSI und das eco wollen nun mit ihrer Anti-Viren-Kampagne diesem entgegenwirken. Ab Januar 2010 sollen Internetnutzer nicht nur überwacht, sondern gegebenenfalls direkt auf mögliche Viren und Spionageprogramme auf ihren Rechnern aufmerksam gemacht werden.
Nachgedacht wird hierbei auch die Möglichkeit, eine Internetseite zu installieren, die sich grundsätzlich bei jeder Einwahl ins Netz automatisch aufbaut, sofern auf dem lokalen PC Viren aktiv sind. Die soll dann Hilfen zum Beseitigen der Schadprogramme bieten.
Ab April 2010 soll zusätzlich noch ein Telefon-Call-Center geschaltet sein, wo betroffene Internetnutzer Hilfe finden können.
Darüber werden die Betreiber der Internetzugänge künftig mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar, genauso sprechen müssen wie mit der Politik über mögliche Gesetzesänderungen. Denn die Drohung mit einer Internetsperre gehört in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eines jeden Providers, und die müssen rechtlich korrekt sein.
Unabhängig von der Debatte startet das Projekt im Kampf gegen die gefürchteten Botnetze zunächst auf freiwilliger Basis. Dabei rechnet der Eco mit viel Arbeit: Bis zu zwei Drittel der Computerbesitzer gelten den Experten zufolge als gut ansprechbar über Hinweise per E-Mail, SMS oder über Service-Websites. Bleiben bis zu 20.000 Nutzer monatlich, denen das Callcenter auf die Sprünge helfen müsste.",
so der "Welt-Online"-Artikel weiter.
Ein Mitglied der DFA e.V. unterrichtete die Pressestelle von einem Telefonat zum Thema.
Demnach sind von staatlicher Seite derzeit keinerlei Sanktionen gegen renitente Internetnutzer geplant, wenn diese ihren virenverseuchten PC weiterhin online belassen.
Ebenfalls sei eine Zwangsvirendurchsung des lokalen PC's nicht geplant.
Es würde, so die Pläne, ausschließlich das Datenaufkommen sowie die Ports über die Schadprogramme aktiv sind, beim Provider automatisch registriert.
Grundsätzlich ist der Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar, zum Thema in der Diskussion mit eingebunden.
- "Verband der Deutschen Internetwirtschaft (eco)": http://www.eco.de
- "Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)": https://www.bsi.bund.de
- "Verband der Deutschen Internetwirtschaft (eco)"- "Schnelle Hilfe gegen Botnetz-Infektionen": http://www.eco.de/verband/202_7263.htm
- "Welt-Online": http://www.welt.de/webwelt
- "Welt-Online"- "Internetanbieter prüfen Sperre schlampiger Surfer": http://www.welt.de/webwelt/article5468740/Internetanbieter-pruefen-Sperre-schlampiger-Surfer.html
* Veröffentlichung frei, Beleg erbeten an pressestelle@deutsche-funk-allianz.de
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