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05.11.2009 "Funk-Feuer" Lüdenscheid ärgert sich über Funk-Stille



Kassel/ Lüdenscheid (HaWe/ RR/ Ho) *Foto: Zwei Mobilfunktelefone


Wie bereits berichtet ("23.10.2009 Klage gegen Mobilfunkmast"), hat sich seit ca. einem Jahr im sauerländischen Lüdenscheid eine Bürgerinitiative gegen den Bau eines Mobilfunkmastens gruppiert.

Vor einigen Wochen trafen sich die mehr als 40 Betroffene in ihrem Stadteil-Vereinshaus.
Alle Anwohner sind demnach fest entschlossen, den Bau eines Mobilfunkmastens direkt hinter ihren Gärten zu verhindern.
Als juristischer Berater war der Hagener Rechtsanwalt Björn Syring anwesend. Er äußerte sich über den ausgeschiedenen Bau- und Planungsausschuss-Vorsitzenden August-Wilhelm Cordt (CDU):

"So klar und entschieden, wie er sich vor der Wahl hinter die Bürger stellte, so wenig ist nach der Wahl bisher von der Stadt sichtbar. Wir haben ihm geglaubt und ihm Vertrauen entgegengebracht und sehen uns getäuscht".


In Richtung Bürgermeister Dieter Dzewas, erwartet die Initiative den Schulterschluss mit den Anwohnern:

"Selbst wenn O2 klagen würde, weil die Stadt die Baugenehmigung nicht erteilt, bleiben die Kosten im überschaubaren Rahmen",

so der Rechtsanwalt weiter.

An Alhard Freiherr von dem Bussche-Kessell, dem Eigentümer des Grundstückes auf dem der Bau des Mastens geplant ist, ist ein Angebot ergangen. Harry Martschat von der Bürgerinitiative äußerte sich dazu in einem Zeitungsartikel der "Lüdenscheider Nachrichten": "Es ist denkbar, dass wir die Kosten der Vertragsstrafe übernehmen".

So beschloß die Versammlung, daß dem Freiherrn eine Summe von 20.000,- Euro für den Fall anzubieten, das er den Vertrag mit O2 nicht einhalte.

Der anwesende 2. Stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Norbert Adam äußerte sich:

"Mit einer Veränderungssperre könnte eine Baugenehmigung während des laufenden Verfahrens verhindert werden."

Eine mögliche Klage gegen den Bau des Mobilfunkmastens stehe im Raum, so Harry Martschat.

Baron Alhard Freiherr von dem Bussche-Kessell äußerte sich einige Tage später gegenüber der "Lüdenscheider Nachrichten"in einer schriftlichen Stellungnahme.
"Befremdlich" nannte er die Äußerung der Bürgerinitiative...

"...im Beisein ihres Rechtsanwalts in aller Öffentlichkeit den Eigentümer zu einer einseitigen - voraussichtlich rechtswidrigen - Vertragsauflösung aufzufordern und beiden Vertragspartnern eine Klage anzudrohen".

Er sei jedoch, "in gegebenen rechtlichen Rahmen" bereit, den bedenken der Anwohner Rechnung zu tragen.
Er habe im Januar/ Februar den Gestattungsvertrag mit O2 abgeschlossen, "nachdem keine Behörde und kein sonstiger Träger öffentlicher Belange Bedenken geäußert" habe. Er sei damit prinzipiell gegenüber dem Mobilfunkbetreiber verpflichtet, ihm das Grundstück zu überlassen. Abzuwarten sei nun, ob die Genehmigung zum Bau des Mastens überhaupt erteilt würde.

Am Montag, den 2.11., befasste sich die "Lüdenscheider Nachrichten" wiederum mit dem Thema.
Die Bürgerinitiative hatte ihrerseits eine Antwort auf die Äußerungen des Barons an die Zeitung gesandt.
Darin nehmen sie den Freiherrn bei seinem Wort und fordern ihn auf, die Funkstille gegenüber der Initiative zu brechen:

"Will er durch sein Schweigen signalisieren, dass ihm die Belange der Bürger letztlich gleichgültig sind, ihm der Geldbetrag zu gering ist oder er sich an seine Zusagen nicht mehr halten will?"



INFOBOX:
"Mobilfunk" - "CB-Funk" - "Gesundheitsgefahren"
"Warum befasst sich die DFA e.V. mit dem Thema?"
Mobilfunk unterscheidet sich zwischen GSM- und UMTS

  • GSM [Abkürzung für englisch global system for mobile communication, »globales System für mobile Kommunikation«],
    Telekommunikation: internationaler Standard für den digitalen Mobilfunk, der die Leistungsmerkmale digitaler Funknetze (wie die Anzahl der angebotenen Sprechkanäle, der belegbaren Frequenzen, des Übertragungsverfahrens) festlegt. GSM verwendet Frequenzen im 900- und 1 800-MHz-Bereich. In Europa arbeiten die Netze D 1 und D 2 nach dem GSM-900-, E 1 und E 2 nach dem GSM-1 800-Standard. Die derzeit im GSM vorhandenen 124 Funkkanäle sind in jeweils acht zeitversetzt arbeitende Sprechkanäle aufgeschlüsselt. Die GSM-Netze sind zellulär aufgebaut, wobei die Basisstationen jeder Zelle mit der Funkvermittlungsstelle in Kontakt stehen. GSM wird derzeit in den meisten Länder parallel zu den Funknetzen der 3. Generation (UMTS) betrieben und wird im Bereich der Sprachtelefonie von der Mehrzahl der Mobilfunknutzer genutzt.
    (Quelle: "Meyers Lexikon online (2008). GSM (Sachartikel).
    http://lexikon.meyers.de/beosearch/permlink.action?pageId=29465830&version=2
    (12. Nov 2008 15:57)"))


  • UMTS [Abkürzung für englisch universal mobile telecommunications system],
    ein 1998 vom Europäischen Institut für Telekommunikationsstandards verabschiedeter Mobilfunkstandard der 3. Generation, der in Europa den bewährten Standard für digitalen Mobilfunk der 2. Generation GSM ergänzt und insbesondere bei den auf schnelle Datenkommunikation angewiesenen Diensten wie E-Mail, Webbrowsing und Mediastreaming immer häufiger genutzt wird.

    Kommunikationstechnische Grundlage von UMTS ist das Multiplexverfahren WCDMA (Wideband-Codemultiplexverfahren), mit dem es sich prinzipiell vom Zeitmultiplexverfahren TDMA des GSM unterscheidet.
    Zum Leistungsumfang von UMTS gehören neben der Sprachtelefonie mit einer gegenüber GSM hörbar besseren Qualität insbesondere die schnellen Datenverbindungen mit 364 Kbit/s im Downlink. Mit den UMTS-Erweiterungen HSDPA und HSUPA sind beim Datendurchsatz einige Mbit/s für den Up- und Downlink bereits verfügbar oder in Zukunft möglich. Sowohl HSDPA als auch HSUPA erfordern entsprechend ausgerüstete Mobilgeräte zur Nutzung. Ein Nachteil der UMTS-Nutzung gegenüber GSM ist der höhere Stromverbrauch der Mobilgeräte aufgrund höherer erforderlicher Rechenleistung, was zu spürbar kürzeren Akkulaufzeiten führt, obwohl die maximale Sendeleitung der Mobilgeräte im UMTS-Netz mit 0.25 Watt geringer als im GSM-Netz mit 2 Watt ist.

    In Deutschland ist UMTS seit 2004 kommerziell verfügbar. UMTS erfordert einen weitreichenden Umbau der bestehenden GSM-Netztechnik; die Nutzung mit herkömmlichen GSM-Mobiltelefonen ist nicht möglich. Wegen des hohen Investitionsaufwands ist zu erwarten, dass über einen Zeitraum von mehreren Jahren UMTS- und GSM-Netz parallel betrieben werden. Die meisten aktuellen Mobiltelefone beherrschen den Dualbetrieb und können sowohl im UMTS- als auch im GSM-Netz betrieben werden. Dass UMTS GSM vollständig ablösen wird, ist mittlerweile nicht mehr zu erwarten, den bereits 2010 ist mit der Einführung des Standards 3GPP Long Term Evolution (LTE) zu rechnen. Nach den Ausbaustufen von UMTS als Mobilfunknetz der 3. Generation ist mit LTE der Übergang auf vollständig IP-basierte Funknetze der 4. Generation geplant, wobei wie schon beim Übergang von GSM auf UMTS ein Wechsel beim Zugriffsverfahren vorgesehen ist, und zwar von WCDMA auf OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplexing). Damit sollen dann Datenraten von bis 100 MBit/s beim Herunterladen und bis zu 50 MBit/s beim Hochladen erreichbar sein.
    (Quelle: "Meyers Lexikon online (2008). UMTS (Sachartikel).
    http://lexikon.meyers.de/beosearch/permlink.action?pageId=52464021&version=8
    (3. Dez 2008 10:42)")


  • CB-Funk [CB, Abkürzung für englisch citizen band »Bürgerwelle«],Jedermann-Funk, Sprechfunk mit Sende- und Empfangsgeräten, der mit einer vorgeschriebenen Leistung von maximal 4 W und entsprechend geringer Reichweite (10-15 km) im Frequenzbereich von 26,960?27,410 MHz auf 40 Kanälen arbeitet, in Deutschland zusätzlich im Bereich 26,565- 26,955 MHz (Kanäle 41-80). Für diese Kanäle wurden an den Grenzen zu den Nachbarländern (Ausnahme Tschechien) Schutzzonen von 15 bis 70 km eingerichtet, in denen auf diesen Kanälen nicht gesendet werden darf. Der Betrieb von CB-Funkanlagen ist jedermann (im Unterschied zu Amateurfunkanlagen) ohne Ablegung einer Prüfung gestattet.
    (Quelle: "Meyers Lexikon online (2008). CB-Funk.
    http://lexikon.meyers.de/beosearch/permlink.action?pageId=21208190&version=1
    (12. Sep 2008 19:22)")


  • Stimmt es, dass das Telefonieren mit Handys Krebs auslösen kann?

    Zu den aktuellen Themen der laufenden Forschung gehören Untersuchungen, die klären sollen, ob es einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und hochfrequenten elektromagnetischen Feldern gibt. Da die Exposition des Kopfes beim Telefonieren mit dem Handy am höchsten ist, spielt die Frage eines möglicherweise erhöhten Risikos für Hirntumore aufgrund der Handynutzung eine besondere Rolle. Bisher existiert aber kein wissenschaftlicher Nachweis für einen Zusammenhang zwischen normaler Handynutzung und Tumorerkrankungen im Kopfbereich. Bei einigen epidemiologischen Untersuchungen ergaben sich allerdings Hinweise auf ein möglicherweise geringfügig erhöhtes Risiko für bestimmte Hirntumoren bei intensiver und lang andauernder Nutzung von Mobiltelefonen. In anderen Untersuchungen wurde ein erhöhtes Risiko nicht gefunden.

    Das Bundesamt für Strahlenschutz ist der Meinung, dass weitere Forschung auf diesem Gebiet durchgeführt werden muss, um die noch bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten zu klären. Da insbesondere hinsichtlich der Langzeitwirkungen bei intensiver Nutzung von Mobiltelefonen noch keine gesicherte Aussage möglich ist, sollten die Felder, denen die Menschen ausgesetzt sind, möglichst gering gehalten werden. Aufgrund der im Vergleich zur Exposition durch Sendeanlagen hohen Exposition am Kopf beim Telefonieren ist der umsichtige Umgang mit dem Handy besonders wichtig.
    (Quelle: "Bundesamt für den Strahlenschutz" - "Häufig gestellte Fragen zum Thema "Mobilfunk" ".
    http://www.bfs.de/de/elektro/faq/faq_mobilfunk.html/#8
    (04.11.2009)")


  • "Warum befasst sich die DFA e.V. mit dem Thema?"

    Die meisten Mobilfunkritiker, so hat die DFA bereits vor gut 6 Jahren veröffentlicht ("08.07.2003: Mobilfunk - Der Streit um die Standorte..."-
    "10.07.2002 "Der CB-Funk und der Mobilfunk wird nicht in einen gemeinsamen Topf geworfen!" " - "08.06.2006 "Gepulste Vorgänge im menschlichen Körper"- sowie weitere Beiträge im Archiv der DFA-Webseite),
    werfen zunächst einmal alle Antennen - egal ob Mobilfunk, Amateurfunk, CB-Funk, BOS-Funk usw. in einen großen Topf und pauschalieren die bislang nicht bewiesene Gesundheitsgefahr.

    Die DFA hat bereits im Jahr 2000 von Mathias Czaya das Thema bearbeiten lassen.
    Der Ehrenbeirat der DFA e.V. hat darüber, z.B., auf der Herbstparlamentsvollversammlung 2000 in Wenningsen einen 45-minütigen Vortrag über die physikalischen Unterschiede der einzelnen HF-Frequenzen (er verglich GSM mit CB-Funk
    und mit PMR446) sowie die medizinischen Auswirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke gehalten.

    Seit dieser Zeit hat der Vorstand der DFA daher das Thema Mobilfunk und Gesundheitsgefahr im Zusammenhang mit dem CB-Funk zum ständigen Thema erklärt.

    Insgesamt geht die Angst vor der HF-Strahlung durchaus so weit, daß CB-Funkern welche zur Miete wohnen und vom Hauswirt eine Erlaubniss zum setzen einer Antenne bekommen haben, von ihren Nachbarn diskreditiert werden. Der DFA e.V. ist mindestens ein Fall bekannt, wo der Hauswirt die zunächst genehmigte Antenne widerrufen hatte.
    Deshalb hat die DFA e.V. auch den Antennenvertrag wieder neu veröffentlicht, welcher auf ihrer Webseite in der rechten Info-Spalte verlinkt ist.

    Zusammengefasst: Die CB-Funker sollen informiert sein, daß viele Mobilfunkkritiker auch Angst vor der CB-Funk-HF-Strahlung haben. Durch Hintergrundinformationen (siehe Suchfunktion über die Webseite der DFA e.V. mit dem Stichwort "Mobilfunk") gibt die DFA e.V. den CB-Funkern Argumentationshilfen gegen die Mobilfunkkritiker.


Foto: Zufahrt zum Hügel, auf dem der Mast errichtet werden soll.Das Grundstück, auf dem der Mobilfunkmast errichtet werden soll, liegt direkt hinter den Gärten der Anwohner.

Foto: Blick vom potentiellen Bauplatz auf die Siedlung.Neben der Angst gesundheitlich durch die Mobilfunk-Strahlung geschädigt zu werden, argumentieren die Anwohner mit der Wertminderung ihrer Grundstücke.

Foto: Blick auf die Siedlung.Etwa 100 Meter von den Häusern entfernt ist der Mobilfunkmast geplant.
Bei einem am Nattenberg befindlichen Mobilfunkmasten (Standortbescheinigungsnr. 090082) weist die EMF-Datenbank der Bundesnetzagentur einen "Standortbezogenen Sicherheitsabstand" von 15.25 Meter (bei einer Monatgehöhe von 27.40 Meter) in Hauptstrahlrichtung aus.

* Links zum Thema:



- "Deutsche Funk-Allianz (DFA) e.V."- "23.10.2009 Klage gegen Mobilfunkmast": http://www.deutsche-funk-allianz.de/News/23.10.2009_Klage_gegen_Mob.htm

- "Lüdenscheider Nachrichten" - "Bürgerinitiative lockt Freiherrn mit Geld":http://www.come-on.de/luedenscheidstart/00_20091024060049_Buergerinitiative_lockt_Freiherrn_mit_Geld.html

- - "Lüdenscheider Nachrichten" - "Lüdenscheid: Freiherr zeigt sich befremdet": http://www.come-on.de/luedenscheidstart/00_20091027151812_Luedenscheid_Freiherr_zeigt_sich_befremdet.html

- "Lüdenscheider Nachrichten" - "Funkmast: Pöppelsheimer warten auf Entscheidung": http://www.come-on.de/luedenscheidstart/00_20091102160021_Funkmast_Poeppelsheimer_warten_auf_Entscheidun.html

- "Deutsche Funk-Allianz (DFA) e.V."- "08.07.2003: Mobilfunk - Der Streit um die Standorte...": http://deutsche-funk-allianz.de/News/newsarchiv1.html#08.07.2003

- "Deutsche Funk-Allianz (DFA) e.V."- "10.07.2002 "Der CB-Funk und der Mobilfunk wird nicht in einen gemeinsamen Topf geworfen!": http://deutsche-funk-allianz.de/News/newsarchiv1.html#der%20Mobilfunk

- "Deutsche Funk-Allianz (DFA) e.V."- "08.06.2006 "Gepulste Vorgänge im menschlichen Körper": http://www.deutsche-funk-allianz.de/News/newsarchiv8.html#08.06.2006

- "Bundesnetzagentur" - EMF-Datenbank: http://www.bundesnetzagentur.de/cms/extern.php?md5id=8fec0c18c36b34b7546e82e6822e8f60&lid=1108704&pid=102&cid=13947&url=http://emf.bundesnetzagentur.de


* Veröffentlichung frei, Beleg erbeten an pressestelle@deutsche-funk-allianz.de

(Ältere Beiträge sind im Archiv abzurufen...)


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